Wenn Fehlgeburten so häufig sind, warum spricht dann keiner darüber?

Ein positiver Schwangerschaftstest. Für alle Frauen mit Kinderwunsch bedeutet das zunächst: großes Glück, heimliches Herzrasen, Aufregung. Ganz difuse Gedanken kommen einen in den Kopf - wie: Was machen wir mit der anstehenden Reise? Können wir uns eine größere Wohnung leisten? Oder: Wann sage ich es meinem Chef bzw. meiner Chefin? Wenn es dann zu einer Fehlgeburt kommt, wirft das die Frau nicht nur körperlich aus der Bahn, sondern auch emotional. Die meisten fühlen sich alleine mit ihrer Erfahrung.

Aber: Fehlgeburten sind häufig. Häufiger, als es in den Medien einen Platz findet, wo vom Kinderkriegen meist nur positiv berichtet wird. Rund jede dritte Frau weltweit erleidet eine Fehlgeburt. Meist in den ersten zwölf Wochen. Manche verlieren ein Kind aber auch später, manchmal sogar kurz vor der Geburt. Es gibt die Frauen, die habituelle Fehlgeburten haben und die Frauen, die erst mit IVF oder ICSI schwanger geworden sind.

Fehlgeburten können aber nicht nur sehr schmerzhaft sein, sie sind auch lebensgefährlich, wenn sich Embryos im Eileiter einnisten und dieser reißt, was zu inneren Blutungen führt. Nicht selten wird aus einem geplatzten Traum dann ein handfestes Trauma. Denn Fehlgeburten belasten auch die Folgeschwangerschaft, vor allem im ersten Trimenon. Mehr, als das die Sprechstundenzeit zulässt.

Gegen ein Tabuthema. Für mehr Zusammenhalt in schwierigen Zeiten.

Diese Website wurde 2017 von der Journalistin Julia Stelzner ins Leben gerufen mit dem Ziel, dass sich keine Frau mit einer Fehlgeburt alleine fühlt. Wenn sie gerade beim Frauenarzt mitgeteilt bekommen hat, dass das Herz ihres Kindes aufgehört hat, zu schlagen. Wenn sie im Krankenhaus auf die Ausschabung wartet. Wenn sie Wochen später noch in manchen Momenten wie gelähmt abends zuhause sitzt und plötzlich unendlich traurig ist, obwohl der Tag eigentlich ganz schön war.

Auf „Das Ende vom Anfang“ erzählen Frauen mit Fehlgeburten von ihren Erfahrungen, von ihrer Trauer, ihren Zweifeln und was ihnen aus diesem Tief herausgeholfen hat. Und dass sie die Hoffnung selten aufgegeben haben. Denn am Ende halten die meisten auch ihr Wunschkind in den Armen, was die Trauer nicht unvergessen macht, aber sich mit ihr versöhnt.

Damit helfen sie Frauen, denen etwas ähnliches passiert ist. Und vielleicht ein bißchen auch sich selbst, denn viele Frauen berichten, dass ihnen das Aufschreiben ihrer Geschichte geholfen hat, weil sie damit ihren Gefühlen Raum gegeben haben, und sie geben ihrer Trauer einen Ort.

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(Foto von Julia: Hanna Becker)

Das Ende vom Anfang –

Die Farbe Indigo ist nicht Dunkelblau, nicht Violett. Sie liegt dazwischen. Als Farbstoff sorgt Indigo dafür, dass Jeans blau sind. Indigo ist aber noch mehr, weshalb die Texte auf dieser Seite auch in jenem Blau, und nicht Schwarz, der Farbe der Trauer, sind. Im Indischen strahlt Indigo Ruhe und Besonnenheit aus. Die Farbe steht für das „Dritte Auge“ und bedeutet so viel wie: „Ich bin mit mir im Reinen und lebe die Wahrheit“. Darum geht es auf Das Ende vom Anfang.

Das Ende vom Anfang in den Medien:

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