Vanessa (33)IT-Projektmanagerin

Nicht mehr als eine Erdbeere.

Vanessa ist eine der wenigen, die von ihrer Gynäkologin gleich nach Feststellung der Schwangerschaft darauf hingewiesen wurde, dass sich manche Schwangerschaften nicht weiterentwickeln. Dennoch traf sie die Diagnose Missed Abort in der 11. SSW heftig. In ihrem Bericht beschreibt sie auch alle Gefühlslagen, den operativen Eingriff und die Komplikationen danach.

Ich war mir lange nicht sicher, ob ich Mutter werden wollte. Einen ausgeprägten Kinderwunsch hatte ich nie. Mit kleinen Kindern konnte ich wenig anfangen – meine Freunde scherzten immer, ich müsse wohl ein Tierbaby gebären, das würde eher zu mir passen. Doch während um mich herum meine Freundinnen Kinder bekamen und im Strudel aus Elternglück, Schlafmangel und Kinderliedern verschwanden, wuchs in mir etwas, das ich nie als Kinderwunsch bezeichnet hätte – eher als Kindertendenz.

Alles wurde eindeutig, als ich unerwartet den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt. Das kleine Wesen in mir hatte mich mit einem lauten Knall begrüßt. Meine Periode war etwas verspätet, doch das hatte mich aufgrund einer hartnäckigen Erkältung und des Stresses der vergangenen Arbeitswoche nicht weiter gewundert. Alle Anzeichen hatten auf PMS hingedeutet. Doch plötzlich hatte ich Unterleibsschmerzen bekommen, die sich anders anfühlten als klassische PMS. Das war etwas Größeres. Als mein Freund vorschlug, ich solle doch einen Schwangerschaftstest machen, winkte ich zunächst ab. Nur, um dann eine Stunde später zitternd im Bad zu stehen und auf die zwei Striche zu blicken.

Die anfänglichen Begrüßungsschmerzen waren schnell vergessen. Nach wenigen Minuten überwog die Freude. In mir machten sich Glück und Aufregung breit. Nach eineinhalb Wochen wurde ich bei meiner Frauenärztin vorstellig, die die Schwangerschaft mithilfe eines Ultraschalls bestätigte. Tatsächlich, dort schlug ein winziges Herz. Acht von zehn kleinen Wesen, so meine Frauenärztin, würden es schaffen. Zwei aber auch nicht. Ich nickte und winkte wieder mental ab.

Ich ernährte mich gesund, bewegte mich viel – mir ging es gut. Was sollte meinem kleinen Kind schon passieren?

Die nächsten Wochen waren wie ein Traum. Ich wurde von Müdigkeitsattacken heimgesucht, eine ganz leichte Übelkeit begleitete meinen Alltag, Pflaumen und Leinsamen wurden Bestandteil meiner Ernährung. Wöchentlich verfolgte ich in einer App, wie sich das Wesen in mir entwickelte. Eine Kirsche, eine Himbeere, dann eine Erdbeere. Wie toll es doch war, so scherzte eine der wenigen Freundinnen, die ich in unser Geheimnis einweihte, die verschiedenen Obststufen mitzuerleben. Meiner Mutter konnte ich die Neuigkeit ebenfalls nicht lange verbergen, und auch die Familie meines Freundes weihten wir nach ein paar Wochen ein. Alle freuten sich riesig, denn kleine Kinder gab es aktuell in keiner unserer Familien. Das kleine Würmchen, so schrieb mir die Schwester meines Freundes, beschere ihr sonnige Gedanken in düsteren Zeiten.

Tatsächlich kam das kleine Wesen in mir nicht über die Größe einer Erdbeere hinaus. Zur frauenärztlichen Untersuchung in meiner elften Schwangerschaftswoche ging ich ohne größere Sorgen. Ich hatte keine Blutung und abgesehen von einer Erkältung fühlte ich mich fit. Mein Freund bat mich, ich solle ihm schreiben, wenn etwas nicht in Ordnung sein sollte. Doch was sollte schon schief gehen? Ich wollte nach der Untersuchung wieder alleine nach Hause laufen.

Die Frauenärztin begann den Ultraschall. Dort war das kleine Würmchen. Wow, es war so gewachsen! Es lag auf der Seite, mir beziehungsweise der Sonde zugewandt. Ja, sagte sie, das Kind sei so groß, wie es sein sollte. Alles gut. Doch nach ein paar Sekunden wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Die sonst so quirlige Ärztin war auf einmal auffällig still. Sie zoomte in die Region des Herzens. Doch da war nichts. Stille. Nach ein paar weiteren Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, legte sie die Sonde weg. Sie sah mich an und schüttelte den Kopf.
Ich sagte nichts. Sie half mir auf und bat mich, mich anzuziehen und ins Sprechzimmer zu kommen. Wie in Trance zog ich mich an. Noch war bei mir nicht angekommen, was gerade geschehen war. Noch konnte ich es nicht glauben. Ich setzte mich zur Ärztin, die schon begonnen hatte, Eintragungen in meine Akte vorzunehmen. Sie nahm meinen Mutterpass, den ich zu diesem Termin feierlich erhalten sollte. Ich erhielt ihn auch. Nur würde ich ihn nicht mehr brauchen. Da stand nun „MA 11. SSW“. Missed oder auch verhaltener Abort in der elften Schwangerschaftswoche. Fehlender Herzschlag.

Meine Ärztin klärte mich über meine Optionen auf. Eine Ausschabung könne ich vornehmen lassen. Oder weheneinleitende Medikamente einnehmen. Oder warten, bis das Kind von selbst abging. Die Entscheidung läge bei mir. Was sie mir empfehlen würde, fragte ich benommen. Ausschabung, sagte sie. Weil ich schon recht weit war und es andernfalls sehr, sehr schmerzhaft würde. Gut, sagte ich und nickte, dann die Ausschabung.

Die Ärztin leitete mich ruhig aus dem Behandlungszimmer. Sie fragte mich, ob ich noch etwas Zeit bräuchte. Ich schüttelte den Kopf und bedankte mich. Ich wusste, dass im Wartezimmer noch viele Frauen saßen. An der Rezeption wartete ich noch auf den Überweisungsschein und ein Rezept für Schmerzmittel. Ich setzte mich. Ich schrieb meinen Freund. „Kannst du mich bitte abholen? Schlechte Nachrichten.“ Mehr konnte ich nicht schreiben. Eine offensichtlich schwangere Frau lief langsam an mir vorbei in Richtung Sprechzimmer. Ihr Bauch war genau auf meiner Augenhöhe. Ich schluckte schwer. Langsam, wie eine Welle, kam die Erkenntnis – und mit ihr eine bisher unbekannte Woge an Trauer und Verlustschmerz.

Ich weiß nicht mehr, wie ich meine Fassung bewahrte, während ich die Rezepte entgegennahm, weiteren Schwangeren auswich und die Praxistür nach draußen aufstieß. Doch ich hatte kaum einen Schritt aus der Praxis gemacht, da überwältigte mich die Welle.

Ich hatte das Gefühl, in mich zusammenzufallen. Die Tränen schossen mir in die Augen und ich konnte mich kaum auf den Beinen halten. Auf der Straße angekommen, lief ich wie benommen zu dem Punkt, an dem mein Freund mich mit dem Auto abholen sollte. Ich warte gefühlt ewig, bis sein Auto um die Ecke bog. Meine Gefühle und Gedanken überschlugen sich. Ich stieg ein und konnte kaum die Worte herausbringen. Ich fing an, still zu weinen, und hörte für mehrere Stunden nicht mehr auf. Ich erinnere mich noch, wie er mit mir an einen nahegelegenen Parkplatz fuhr und wir uns minutenlang in den Armen lagen. Auch er weinte. Wir fuhren zu meiner Mutter. Wir weinten zu dritt, sie links, er rechts neben mir. Am Abend fuhr ich mit meinem Freund nach Hause. Ich weinte still, die gesamte Fahrt über.

Am nächsten Tag meldete ich mich krank. Mein Freund fuhr zur Arbeit und das war mir recht. Ich lag im Bett und weinte einfach nur. Ich fühlte in mir Trauer in einer Intensität, in der ich sie selbst bei dem Verlust meines Vaters oder anderer geliebter Menschen bisher nicht gespürt hatte. Immer wieder überwältigten mich Wellen der lauten Tränen. Ich hatte das Gefühl, mir wäre etwas entrissen worden, als würde ein riesiges Loch in mir klaffen. Ich trauerte um das kleine Wesen, das tot in mir lag. Um unsere Elternschaft, die wir nun nicht erleben durften. Um meine Mutterrolle, mit der ich mich in den letzten Wochen immer mehr angefreundet hatte. Um das Vertrauen in die Natur, in das Zuversichtliche, in meinen Körper, das mir immer mehr entglitt.

Ich war fassungslos. Wie hatte ich nicht merken können, dass etwas nicht stimmte? Vielleicht war es besser, dass es nicht geklappt hatte – vermutlich war ich eine Rabenmutter. Hatte ich etwas Falsches gegessen? Zu viel Sport gemacht? Mich zu sehr in den Job reingehängt? Lag es an der Erkältung von vor ein paar Tagen?

An diesen Tagen half mir das Internet enorm. Ich entdeckte unter anderem diese Seite und fühlte mich mit meinen Emotionen, meinen Gedanken aufgehoben und gehört. Am Tag nach der erschütternden Nachricht entschied ich, die Ausschabung wie schon anvisiert durchführen zu lassen. Der Gedanke, mein totes Kind unter Umständen wochenlang in mir zu tragen, bereitete mir großes Unbehagen. Nein, ich wollte es schnell hinter mich bringen und das Ganze dann hoffentlich abhaken können.

Ich kontaktierte meine Frauenärztin und sie überwies mich an ein nahegelegenes Krankenhaus. Dort wurde ich zwei Tage nach dem Befund erneut untersucht, um die Diagnose meiner Frauenärztin zu bestätigen. Ich schickte meinen Freund raus, bevor der Ultraschall gemacht wurde. Doch nach ein paar Sekunden entschied ich mich um. Er sollte auch dabei, sollte sein Kind, das nicht leben sollte, zumindest auch einmal sehen. Das Kind lag nicht auf der Seite wie zwei Tage zuvor. Es war seitlich zu sehen. Es war so gewachsen, seitdem ich in der siebten Schwangerschaftswoche das kleine Herz hatte schlagen sehen.

Meinen Freund überwältigten die Emotionen und er weinte, schluchzte. Ich weinte auch, allerdings ruhiger, gefasster. Ich war ihm mehrere Schritte voraus. Eine sehr empathische, herzliche Ärztin nahm sich Zeit für uns und gab uns Informationen mit: Das passiere leider recht häufig. Es sei nicht unsere Schuld, die Natur sorge dafür, dass ein nicht lebensfähiges Wesen sich nicht weiterentwickle. Man könne in dem Stadium nicht nachvollziehen, woran es gelegen hatte. Das kleine Wesen würde nach der Ausschabung auf dem städtischen Friedhof begraben werden.
Ich erhielt einen Termin für die Ausschabung in der folgenden Woche. Ich ließ mich von meiner Frauenärztin zehn Tage krank schreiben. Mal sehen, dachte ich, vielleicht würde ich auch trotzdem arbeiten. Vielleicht täte mir die Ablenkung gut.

Die Tage der vor der Ausschabung lenkte ich mich tatsächlich ab, so gut es ging. Ich war auf zwei Geburtstage eingeladen und war umgeben von Menschen, die nicht wussten, dass ich schwanger war – oder gewesen war? Das machte es mir leichter. Ich lachte, riss Witze – ich glaube, niemand schöpfte Verdacht. In der Zwischenzeit hatten wir allen, die wir in die Schwangerschaft eingeweiht hatten, von den traurigen Nachrichten erzählt. Uns wurde viel Empathie entgegengebracht. Trotzdem hatte ich das Gefühl, ich könnte mit niemandem so richtig über meine Gedanken und Gefühle sprechen.

Ich wollte mich gespiegelt sehen – mit jemandem sprechen, der das gleiche erlebt hatte oder noch erlebte. Und wieder half mir das Lesen im Internet.

Am Tag der Ausschabung wurde ich frühmorgens in der Klinik vorstellig. Ich erhielt ein muttermundweitendes Mittel und die OP sollte eigentlich 2 bis 3 Stunden nach der Einnahme loslegen. Zum Glück und wider Erwarten hatte ich ein Einzelzimmer, sodass mein Freund auch an meiner Seite sein konnte. Nach zwei Stunden merkte ich das Medikament – ich hatte starke Unterleibsschmerzen, die mich wellenartig überrollten. Nachdem ich sechs Stunden auf die OP gewartet hatte, wurden die Schmerzen immer stärker. Ich versuchte, mir durch Herumlaufen und tiefes Atmen Linderung zu verschaffen, doch leider half es nicht. Nachdem ich die Stationsschwester gerufen hatte, wurde ich schnell ins OP gebracht. Ich verkrampfte vor Schmerzen und konnte kaum noch sprechen. Die Narkose kam wie eine Erleichterung.

Ich wachte auf – und fühlte mich überraschend gut. Die Betäubung wirkte vermutlich noch. Ich hatte keinerlei Schmerzen. Ich merkte, dass ich leicht blutete. Nach einiger Zeit im Aufwachraum wurde ich spätnachmittags in mein Zimmer gebracht und erhielt meine erste Mahlzeit an diesem Tag. Ich war erschöpft und doch erleichtert. Ein Arzt und eine Schwester berichteten, dass die OP gut verlaufen sei und ich, wenn ich mich entsprechend fühlte, auch heute noch nach Hause gehen konnte. Ich fragte den Arzt, wann ich mit meiner ersten Periode rechnen könnte. Er sagte, das sei von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Es könne einen Monat dauern, vielleicht auch länger.

Ich fuhr nach Hause. Überraschenderweise hatte ich auch nach mehreren Stunden keine größeren Schmerzen und Blutungen. Es fühlte sich surreal an – waren die letzten Tage und Wochen wirklich passiert?

An die Tage direkt nach der OP erinnere ich mich nur noch dunkel. Ich war viel an der frischen Luft. Fuhr Fahrrad, las Bücher. Hing Gedanken nach. Ich weinte nur noch sehr selten und hatte das Gefühl, über den Berg zu sein. Vielleicht würden wir es nicht im ersten Zyklus wieder versuchen, aber im zweiten dann wieder. Dass ich tatsächlich einen Kinderwunsch hatte, hatten mir die letzten zehn Wochen deutlich gezeigt. Lange warten wollte ich nicht, zumal mein Freund auch schon etwas älter war.

Tatsächlich musste ich warten. Obwohl ich ca. zwei Wochen nach dem Eingriff meinen Eisprung zu spüren glaubte (ich habe seit Jahren einen ausgeprägten Mittelschmerz) und etwa zwei Wochen danach typische PMS-Symptome spürte, passierte – nichts. Ich war ungeduldig und ungläubig. Der Kontrolltermin bei meiner Frauenärztin hatte gezeigt, dass der Eingriff wohl gut verlaufen sei und alles gut abgeheilt sei. Warum bekam ich meine Tage nicht? Bildete ich mir Eisprung und PMS nur ein? Es vergingen weitere Wochen. Ganz regelmäßig meinte ich nach zwei Wochen meinen Eisprung zu spüren und zwei Wochen danach PMS.

Von Mal zu Mal wurden meine Unterleibsschmerzen schlimmer, dehnten sich immer länger aus. Von Woche zu Woche wurde ich nervöser und frustrierter. Nach dreizehn Wochen war ich ein Nervenbündel. Ständig hatte ich Unterleibsschmerzen und hing gedanklich nur noch bei meinem Zyklus. Hier half mir das Internet nicht mehr. Ich las Horrorgeschichten. Obwohl ich grundsätzlich nicht zur Überbesorgnis und Hypochondrie neige, war ich zu unterschiedlichen Zeitpunkten fest davon überzeugt, entweder das eine oder das andere zu haben. Es musste eine Schilddrüsenüberfunktion sein – warum sonst hatte ich nach wie vor den Nachtschweiß, der mich in der Schwangerschaft begleitet hatte, und das, obwohl Schwangerschaftstests negativ waren, also das Schwangerschaftshormon nicht mehr oder nur geringfügig in meinem Körper stecke. Dumm nur, dass ein Blutbild keinen Hinweis darauf gab.

Zwei Wochen später dachte ich, die Ursache der immer stärker werdenden Unterleibsschmerzen musste Periodenblut sein, das sich über die letzten Zyklen in der Gebärmutter gestaut und nicht abgeflossen war. Und immer war da dieses Damokles-Schwert – Asherman-Syndrom, also Verklebungen in der Gebärmutter, die zu Unfruchtbarkeit führen konnten.

Ich las Geschichten von Frauen, die direkt nach der Kürettage wieder schwanger wurden. Andere, bei denen es nach dem ersten Zyklus geklappt hatte. Es klang so einfach. Fehlgeburt und zack, zurück auf normal. Happy End und Familienglück trotz Knick dazwischen. Ich dagegen hatte komplett das Vertrauen in meinen Körper verloren. Ich fühlte mich von ihm im Stich gelassen, war wütend auf ihn, dass er mich nicht vor der Fehlgeburt vorgewarnt hatte und dass er sich nun wie in Schockstarre verhielt, dumpf und gelähmt, und dass er mir immer mehr Schmerzen bereitete.

In dieser Zeit spürte ich Wut auf vieles und viele, zum Beispiel auf die lückenhafte Aufklärung zu Fehlgeburten (Missed Abort – davon hatte ich vorher noch nie etwas gehört!) oder auch auf mich, dass ich so vermessen gewesen war zu glauben, dass bei mir alles gut laufen würde. Außerdem spürte ich in diesen dunklen Tagen auch viel Neid, auf vermeintlich glückliche Eltern, bei denen alles so reibungslos schien.

Ich hatte schon zwölf Wochen nach dem Eingriff mit meiner Frauenärztin telefoniert. Sie riet mir, noch zwei Wochen zu warten und dann bei ihr vorstellig zu werden. Wenn bis dahin immer noch nichts passiert wäre, würde ich mich einer Hormontherapie unterziehen.

Und so kam es auch. Ich hatte seit Jahren natürlich verhütet, künstliche Hormone waren mir zuwider. Aber ich klammerte mich an den Strohhalm. Ich nahm 12 Tage Chlormadinon. Ca. zwei bis drei Tage nach dem Absetzen sollte ich eine Abbruchblutung bekommen. Stattdessen hatte ich starke Schmerzen, ohne dass etwas passierte.
Doch dann wachte ich mitten in der folgenden Nacht auf und spürte sie, kräftig und unaufhaltsam wie eine Woge. Noch nie hatte ich mich so über meine Blutung gefreut. Und damit kam langsam das Vertrauen in meinen Körper wieder. 18 Wochen, viereinhalb Monate nach der Kürettage, fühlte ich zum ersten Mal wieder Zuversicht. Zum ersten Mal erlaubte ich mir, wieder zu hoffen.

Mittlerweile sind weitere zehn Wochen vergangen. Die Blutung kam wieder und dann kam etwas anderes, mit dem ich nicht mehr zu rechnen gewagt hatte: ein positiver Schwangerschaftstest. Noch ist alles in ängstlicher, halb bangender, halb hoffender Schwebe. Die kleine Erdbeere werde ich immer in meinem Herzen tragen. Hoffentlich als mein erstes Kind und einziges Sternenkind.

Das Ende vom Anfang – Vanessa
Vanessa (33)IT-Projektmanagerin

Ich lebe mit meinem Partner im Frankfurter Raum. Ich bin gerne künstlerisch kreativ und bewege mich viel und gerne, am liebsten am oder im Wasser.

Vorheriger Bericht Nicole (38)

Über den Tafelberg zurück ans Meer!

Am 04.01.2024 veröffentlicht.